Mit Caps gegen Frost und Kälte

In: Style

27 Dez 2009

„Jo, mei Kua, die hod rote Gummischuh‘ und a Kapp’n am Hirn, dass ihr d’Lais ned dafrier’n“ besangen schon die traditionsreichen Zipfi Zapfi Buam die Jahrhunderterfindung der Kappe – oder auf neudeutsch des „Caps“. Demnach könnte man sogar behaupten, dass der muhende Wiederkäuer mit den roten Gummistiefeln dank seines coolen Caps über wesentlich mehr Fashionfaktor verfügt als seine Mäzenen, die Zipfi Zapfi Buam, welche ihre Kopfläuse noch mit altbackenen Gamsbarthüten vor dem Kältetod erretten.

Foto: xJasonRogersx via Flickr, cc-Lizenz

Foto: xJasonRogersx via Flickr, cc-Lizenz

Man könnte die stylische Kuh gar als Trendsetterin bezeichnen, denn noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts war die ehemals biedere Kopfbedeckung den Häuptern von Baseball-Spielern vorbehalten, demnach also noch fernab von Wiesen und Wäldern, geschweige denn Städten und Dörfern. Anstatt der üblichen Strohhüte disponierten die Baseballer nämlich auf die robusteren Caps um, da diese zusätzlich mit einem versteiften Schild an der Vorderseite ausgestattet waren, um die Sportler so vor Stößen zu schützen.Erst Ende der 70er etablierte sich der Kopfschutz dann unter dem liebevollen Namen „Käppies“ auch unter den Jugendlichen, die ihre zarten Gemüter dank des praktischen Vorbaus nicht nur vor der Sonne schützen wollten, sondern sich aufgrund der damit angeeigneten Coolness auch erhofften, ein schickes Bunny aufreißen zu können…

So weit so gut, bis in den 80ern dann Boarder, die infolge ihrer zahlreichen Pirouetten und Turns auf der Piste am berühmt-berüchtigten Drehwurm erkrankten, auf den dummen Gedanken kamen, ihre Caps verkehrt herum anzuziehen, weil sie sich dadurch womöglich versprachen, auch die Köpfe der weiblichen Wintersportlerinnen verdrehen zu können. Offensichtlich war der Versuch dann wohl doch ein Schlag ins Wasser, denn bald darauf erfuhren die Caps wieder eine 180 Grad-Drehung nach vorne und konnten sich so beschwingt wieder ihren Weg in den Alltag bahnen, jenseits der Skater- und Boarderwelt.

Heutzutage sind die Schädelschoner nach amerikanischem Vorbild nicht nur beliebte Bestandteile von Uniformen, auch in der Modewelt haben sie sich mittlerweile ihren angestammten Platz zurückerobert. Denn die revolutionierten Caps werden aufgrund ihrer leicht bedruckbaren Oberfläche nicht nur gerne zu Werbezwecken verschenkt, Designer wie Ed Hardy kamen schließlich auf die grandiose Idee, diese mit ihren unverkennbaren Mustern zu schmücken und sogar in Hollywood eine Welle der Begeisterung für die neuartigen Kopfbedeckungen auszulösen. Jetzt im Winter werden womöglich sogar Hüte- und Mützenhasser zu Caps oder Beanies greifen, denn in ihren neuen Designs und Farbkreationen sind sie nicht nur ein ideales Bekämpfungsmittel gegen Väterchen Frost, sie sorgen für einen pfiffigen Look, der sich tonig super zu Handschuhen und Schal kombinieren lässt.

Und die lila Milka-Kuh auf der Alm wird vor Neid erblassen…

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