Definitiv kein Desaster: Trend-Label Disaster Designs

In: Label

22 Dez 2009

Jedem Kind muss ja bekanntlich ein (möglichst wohlklingender) Name gegeben werden. Ein Name, den die Erzeuger des neuen Erdenbürgers für sowohl passend, als auch später für karriereförderlich halten, und der dem Sprössling nicht schon vorab Vorurteile oder Spöttereien einhandelt.
Warum die Schöpfer des Labels „Disaster Designs“ ihrem Baby jedoch diesen eher unheilvollen und nach Apokalypse klingenden Namen verliehen, ist bislang ungeklärt – sachdienliche Hinweise nimmt übrigens jede Polizeidienststelle freundlich entgegen.

Foto: Torley via Flickr, cc-Lizenz

Foto: Torley via Flickr, cc-Lizenz

Von Glück können sie sprechen, dass ihr Zögling wohl geraten ist und weit entfernt von jeglichem Desaster seinem Namen keine Ehre macht. Zahlreichen Accessoire-Liebhabern beschert Disaster Designs nämlich ganz brav seit über 10 Jahren mehr oder weniger sinnvolle, witzig-spritzige Produkte.

Die Produktpalette spricht dabei Jung und Alt an, reicht von Kinder-Dinnersets über Strickpuppen-Eierwärmer für die Oma bis hin zur großen Shoppingbag mit vielversprechenden Namen wie „Ein Sack Äpfel“ für die Mama. Und auch der Papa geht an Weihnachten nicht leer aus, der kann seine wichtigen Dokumente dank Disaster Designs nämlich mit dem fancy Pilz-Tacker zusammenknipsen oder seinem Ärger mit dem Gute-Laune-Pinset wieder Luft machen, nachdem er sich an Mamas Nährelikten gepiekst hat, weil Mamas Bitte nach dem Pilzhaus-Nadelkissen immer noch nicht erhört wurde. Aber immerhin hat ihr das Christkind im vorigen Jahr schon den Nageltrockner Modell „Hilfsbereites Äffchen bläst dir deine Nägel trocken“ beschert. Dank dieser tollen Disaster Design-Erfindung fällt der Watsch‘nbaum in Desasterhausen inzwischen wieder weniger oft um, weil der Papa jetzt nicht mehr in Mamas frisch lackierte Nägel tappen kann und auch die Mama konnte kürzlich ihr „Vorsicht, frisch gestrichen!“-Schild von der Stirn nehmen. Was wären wir also nur ohne Disaster Designs, ohne Uhu-Maßband, Filzblumenring oder Kuschelboots!

Vielleicht ist der Name auch so etwas wie eine Prophezeiung, eine Ankündigung, dass die Welt ohne diese unabdinglichen Lebensbegleiter von Disaster Designs, mir nichts dir nichts, schleichend –plopp- im Desaster untergehen würde. Gott sei Dank wurden wir aber vor der Katastrophe bewahrt und können nun wohlgemut die ausgedienten Giesswein-Hausschuhe aus dem Kinderhort gegen flippige Filzslipper mit Blütenapplikationen eintauschen. Praktischerweise werden die Hausschuhe sogar noch im portablen Schuhbeutel geliefert, sodass man beim Weihnachtsbesuch bei der Tante künftig nicht mehr dazu gezwungen wird, aus den noblen Ugg Boots in die breit- und abgetretenen Gästehausschuhe mit „Familientradition“ reinschlüpfen zu müssen.

Und wenn die Tante dann immer noch keine Ruhe gibt, wird ihr eine Strick-Wärmflasche als Top-Präsent sicher vor Staunen die Sprache verschlagen, mit dem kleinen Zusatz, man hätte sie selbst gestrickt. Der Schuss würde allerdings nach hinten losgehen, sollte die Tante inzwischen auch schon zur begeisterten Disaster Design-Shopperin mutiert sein – anders gesagt: das würde wahrlich im Desaster enden!

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