Charm-ant betteln: Charm-Anhänger

In: Style

30 Dez 2009

„Haste mal n‘ Charm für mich?“ könnte der neue charm-ante Anpöbelspruch in Zukunft statt der bislang gewohnten Euro-Version vielleicht lauten. Denn jetzt, in Zeiten von üppigen Geschenkebergen und dekadentem Festtagsbraten scheint es ohnehin so, als wäre auch bei Hinz und Kunz urplötzlich der Reichtum ausgebrochen und wer braucht denn da schon noch einen Euro?

Der ein oder andere mag da vielleicht zunächst etwas verdutzt dreinschauen, wenn der Bundesgenosse da ganz raubauzig und uncharmant nach etwas mehr Charm(e) fragt. „Bitte was? Charme hat man oder man hat ihn nicht, ich kann Ihnen da leider auch nicht behilflich sein!“ Zugegeben, die Situation ist etwas utopisch, denn die lautsprachlich gleichlautende Erfindung der Schmuckbranche, die sogenannten Charm-Anhänger, werden wohl doch eher von weiblichen „Bettlerinnen“ für ihr Bettelarmband zusammengetragen werden als von unwirschen Randfiguren.

Charms heißt der neueste Streich der Schmuckdesigner also, der sich ratzfatz internationaler Beliebtheit erfreute: An sogenannten Bettelarmbändern baumeln dabei mehr oder weniger Charm-Anhänger– je nach kaufmännischen Bettel-Fähigkeiten. Der Name „Bettelarmband“ hat nämlich -wie viele andere Wörter- auch seine begründete Etymologie und bestand ursprünglich in einem Armband, für das der Träger die kleinen Anhänger, „Jou-Jous“ (frz. Spielzeug) genannt, von verschiedenen Personen zusammenbettelte. Wie man sieht, waren wohl auch im Mittelalter die Fashion Victims schon weit verbreitet und wie bei heutigen Marketingstrategien zählte schon damals Überzeugungskraft und Hartnäckigkeit, um mit einem reich bestückten Armband herumklimpern zu können.

Schmuckdesigner wie Thomas Sabo oder der dänische Modeschmuckhersteller Pilgrim machten mit ihrer breitgefächerten Auswahl an Charm-Anhängern den Bettelarmband-Kult dabei so publik, dass man sich inzwischen kaum mehr einen Accessoire-Schrank ohne stylisches Charm-Band vorstellen kann.  Ein weiteres Plus dieses charmanten Armschmucks ist nämlich ebenso der individuelle Charakter, den jede Trägerin nach ihrem persönlichen Geschmack kreieren kann.

Die Palette reicht von romantisch-klassischen Anhängern wie Kleeblättern, Herzen oder Tiermotiven über Charms mit High-Fashion-Note wie beispielsweise Einkaufstüten mit „Shopping Victim“-Inschrift, bis hin zu kultverdächtigen Sneakers oder strassverzierten Flip Flops. Kleine Diven wiederum werden die Charm-Buchstaben lieben, mit denen man nach und nach individuell seinen Namen zusammenbetteln kann. Eine Lea wird sich demzufolge schneller mit ihrem kompletten Armband schmücken können als eine Cassidy-Cheyenne – es sei denn, der doppelnamefanatische Onkel Rönny, dem man das namentliche Ungetüm schließlich zu verdanken hat, lässt mal wieder einen Buchstaben springen…

Heißer Tipp also für diejenigen, die immer noch kein Weihnachtsgeschenk für die liebe Nichte haben: Mit einem Bettelarmband ist schon einmal der Grundstein für die nächsten Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke gelegt… Und fertig ist die nach dem altbewährten Trio gestylte Nichte: mit Schirm, Charm(e) und Melone (neudeutsch: Cap) durch die Weltgeschichte!

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