Mode- und Lifestyle-Blog
In: Style
1 Feb 2010Morgens halb zehn in der U-Bahn. Wen erspäht man denn da zur Freude des Tages: Hans-Jochen, den alten Schulkameraden aus Grundschulzeiten, mit dem man eigentlich noch nie so wirklich konnte. Smalltalk-Time! „Heeey, ja lange nicht gesehen!“, reißt Hans-Jochen dynamisch das ganze U-Bahn-Abteil aus dem Halbschlaf. „Mhm… Wie geht’s denn so?“ „Ja, ganz gut… Aber heeeey, cool, hast du jetzt doch `nen Job als Handwerkerin bekommen? Oder bist du unsere neue Aushilfe?“ „Das ist mein neuer Overall, du Trottel!“

Foto: edenpictures via Flickr, cc-Lizenz
Das war dann wohl der letzte Smalltalk mit Hans-Jochen, dem Modedilettanten. Denn der hat in seinem Fleisch- und Wurstwarengeschäft scheinbar noch nicht mitbekommen, dass im Sommer 2010 nichts mehr ohne Overall geht, auch außerhalb seiner Metzgerei. Während Hans-Jochen das gute Stück nämlich noch in seiner klassischen Farbe Weiß und in seiner ursprünglichen Form trägt – nämlich als Arbeitskleidung zum Schutz vor unschönen Blut- und Fettflecken auf seinem anmutigen Kik-Hemd-, kann Frau das einteilige Kultteil nun in allen erdenklichen Farben und Ausführungen erstehen.
In der Modewelt existent war der Overall ja schon in den 80ern, der große Sprung in die Riege der trendigen Lieblingsteile ist ihm damals allerdings nicht gelungen. Einige ältere Hasen mögen mit dem Overall vielleicht auch etwas ungeliebtere Assoziationen mit einer „Tschaka-Tschaka“-skandierenden, pummeligen Overall- Veteranin namens Hella von Sinnen hegen.
Was spricht also dafür, dass er es diesen Sommer schaffen sollte? Da wäre zum einen das Argument der Farbpalette, denn Designer wie Strenesse, Stella McCartney, Etro oder Louis Vuitton ließen den Overall nun in Farben und Schnitten jeder erdenklicher Couleur erstrahlen, von klassischen Tönen wie Schwarz und Weiß, über sommerliches Zitronengelb, Indigoblau und Himbeerpink bis hin zu unübersehbaren Warnfarben wie Blutrot oder Knallorange.
Mit schicken, femininen Schnitten im Oriental-, Biker- oder Denim-Style, dazu verziert mit funkelnden Steinchen, überzeugen sie schließlich auch die letzten Zweiflerinnen. Da ist also ein Overall für jede dabei, von grauer Maus bis krachertem Vamp! Und das Allerbeste: Ladies, stellt den Kalorienzähler in die Abstellkammer, denn der Overall lässt Hüftgold optisch schmelzen!
Ein weiteres schlagendes Argument für den Overall wäre da natürlich noch das Prinzip der Schnelligkeit: Für die Designer schnell in der Herstellung, für die Trägerin schnell beim Ankleiden. Der Kosename „Jumpsuit“ kommt schließlich nicht von ungefähr – reinhüpfen und angezogen sein! Da wird sicherlich auch der Freund erleichtert aufatmen, wenn er nicht mehr mit der gefürchteten Frage nach dem Oberteil, das wohl am besten zum Rock passt, gelöchert wird. Dem Problem der Kombinationsschwierigkeiten sei damit wohl auch der Garaus bereitet.
Einzig schwierig könnte es da mit der Suche nach den passenden Accessoires und Schuhen werden, denn Overalls versprühen ihren besonderen Charme erst mit filigranen Taillengürteln und der richtigen Fußbekleidung: Stylische Römersandalen für einen lässigen Casual-Look oder sexy High Heels für extra lange Beine machen den Overall zum unschlagbaren Gewinner der Sommersaison 2010!
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